Das Unvermeidliche…

20. Oktober 2009

SchülerVZ und die ausgespähten Daten

Einsortiert unter: Computer und Technik,Sicherheit,Web 2.0 — Wörterschmied @ 08:35
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T-Online berichtet, dass ein „Hacker“, die Daten bei SchülerVZ illegal ausgespäht hat. Außerdem soll ein Strafverfahren eingeleitet worden sein

Gucken wir uns doch mal an, was das StGB dazu sagt…

§ 202a StGb erklärt uns das so:

(1) Wer unbefugt sich oder einem anderen Zugang zu Daten, die nicht für ihn bestimmt und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind, unter Überwindung der Zugangssicherung verschafft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Ok. Soweit so gut. Wenn man jetzt andere Berichte liest, stellt man fest, dass der tolle „Hacker“ lediglich einen Crawler programmiert hat, der die öffentlich zugänglichen Daten auf den Profilen der Nutzer gesammelt hat. Es handelte sich also nicht um Daten, die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert waren. Und nicht für ihn bestimmt? Man kann bei öffentlich zugänglichen Daten wohl kaum von einer „Bestimmung“ reden. Sonst würde man sie ja nicht öffentlich zugänglich machen. Weiterhin ist fraglich, wie man jemanden mit Daten erpressen kann, die jeder x-beliebige Internetnutzer, der sich bei SchülerVZ anmeldet, selbst sammeln könnte. Da könnte dann ja jeder hingehen, alle öffentlich zugänglichen Daten in jedem beliebigen social network sammeln, und dann hingehen und den Betreiber erpressen, dass er diese Daten veröffentlichen würde.
Und wie erpresst man jemanden damit, Daten zu veröffentlichen, die schon veröffentlicht sind? Gut – sie sind in einer anderen Form (nämlich hoch kondensiert), aber ansonsten genauso öffentlich wie vorher auch.
Betrachten wir es als gesellschaftliche Reaktion auf das Unvermögen, die eigenen Daten zu kontrollieren, wenn man sie einmal veröffentlicht hat. Was wieder einmal klar macht: Wer seine Daten überall verbreitet, muss damit leben, dass irgendjemand sie sammelt und ggf. benutzt. Strafverfahren ändern da nicht viel an der Verbreitung des Datenexibitionismus, der momentan sehr verbreitet ist. Dazu bedarf es des Umdenkens in der Gesellschaft, nicht des Strafens derjenigen, die das nutzen, was andere ihnen buchstäblich vor die Füße werfen. Wir müssen alle erstmal lernen, mit dem Internet richtig umzugehen. Das Netz hat sich in den letzten Jahren explosionsartig entwickelt – nur die Menschen haben noch nicht ganz verstanden, wie damit umzugehen ist und dass virtuell genauso viele unschöne Dinge lauern wie real. Aber vermutlich wird es noch 10 Jahre dauern, bis wir das alles verstanden haben. ;)

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